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Respekt

Praxis für Podologie in Bamberg
Herausgegeben von in Gedanken ·
Wir wissen das alle noch, als im Frühjahr 2020 die Leute auf den Balkonen standen und für die Pflegekräfte geklatscht haben. Verdient haben sie es. Und die Versprechungen, die Ihnen gemacht wurden einzuhalten wäre eine Selbstverständlichkeit. Leider ist es anders, wir wissen das alle.
Das Pflegepersonal – egal ob Krankenhaus, Pflegeheim oder häusliche Pflege – hat meinen ganzen Respekt. Mehr kann ich nicht geben.
Aber? Respektiert das Pflegepersonal auch andere?
Ich habe manchmal nicht den Eindruck.
Als Podologin, die in die Pflegeheime geht, sich jedes Mal testen lässt, sich über die Hygiene Gedanken macht, versucht alles so genau wie möglich zu machen, sage mal: Wo bleibt denn der Respekt mir gegenüber?
Beispiele gefällig?
Ein Besuch im Heim. Natürlich angemeldet. Ich warte ganze 45 Minuten, bevor sich jemand zeigt, der mich testen will. Mit Wartezeit, die der Test braucht, ist mal 1 Stunde weg. Das ist meine Arbeitszeit. Wenn die Bewohner Mittag essen, soll ich fertig sein. Das wird dann schwierig.
Das gleiche Heim. Die Pflegekraft auf der Station öffnet mir den Raum, in dem ich arbeiten kann / soll.
Hier findet sich neben dem Gestell, um Bewohner zu baden noch 3 Rollstühle und 2 Nachtstühle. Wenigstens ein Waschbecken. Kein Mülleimer. Beim Aufschließen trägt Sie die Maske UNTER der Nase. Ich mach Sie darauf aufmerksam mit den Worten: „Ihre Maske ist verrutscht“. Die Antwort: „Egal, ich weiß schon, was ich tue!“ Die Maske hat sie NICHT gerichtet. Und ich sag mal: Nein, sie weiß nicht, was sie tut. Oder bin ich nicht schützenswert? Oder alle, die ich noch an dem Tag treffe?
Am selben Tag, nur in einer anderen Etage, stehen mehrere Pflegekräfte beieinander und besprechen sich. Alle mit FFP2 im Gesicht, nur einer hat sie in der Hand?? Warum?

Anderes Heim, anderes Thema in Punkto Respekt.
Ich bin Podologin. Das ist ein staatlich geregelter Ausbildungsberuf. Ich bin stolz darauf. Ich bin keine Fußpflegerin. Das ist eine angelernte Tätigkeit. Das kann jeder machen. Egal, mit welcher Vorbildung. Von Professor für Frühgeschichte oder als arbeitsloser Taschendieb #satirean – das gilt auch für die „medizinische Fußpflege“ #satireaus
Fußpflege ist kein staatlich geregelter Ausbildungsberuf.
Wenn jetzt eine Pflegekraft zur Kollegin über mich (in meiner Anwesenheit) sagt „da ist die Fußpflege für Herrn B.“ dann ist das schlichtweg falsch. Wenn ich dann sage: „Ich bin Podologin“, dann erwarte ich keine Antwort wie ich sie erhalten habe „das ist mir doch egal“ Ich sag ja auch nicht über die Pflegekraft, dass sie nur die Helferin für Herrn B. ist. Das ist respektlos.

Noch ein Beispiel?
Anderes Heim:
Ich arbeite auf ärztlich verordnete Heilmittel. Damit ich das nach SGV überhaupt darf, braucht es nicht nur meine persönliche Eignung eine (teure) Ausbildung, eine (teure) entsprechende Praxis, sondern auch eine vom Arzt korrekt ausgefüllte Verordnung. Wenn diese jetzt nicht korrekt ist, darf ich 1. nicht arbeiten und 2. bekomme ich kein Geld dafür. Dann finde ich die Ansage eines Pflegedienstleiters schon befremdlich, wenn dieser zu mir meint, ich soll mich doch nicht so haben, ich bin doch eh grad da.
Nein, der Deal ist folgender: Er kümmert sich um die Verordnungen für seine Bewohner (ich darf das wegen SGV nicht) und ich komme dann extra mal an meinem freien Tag in sein Heim. Aber zu erwarten, dass ich ja auch mal für lau arbeiten kann ist was? Respektlos? Oder?

Ich habe noch einige Beispiele, die uns Tag für Tag begegnen.
·         Arbeit neben der schmutzigen Allgemeintoilette
·         Halbe Stunde warten, bis die Verordnungen unterschrieben werden (ist grad Pause)
·         Trotz Anmeldung mit dem Bewohner genau dann spazieren zu gehen
·         Im Corona Lockdown eben auch mal die ungelernte Fußpflegerin an die Risikopatienten lassen.
·         Die Liste geht noch länger, aber ich denke, Ihr versteht.

Respekt muss man sich verdienen. Egal, ob als Pflegekraft oder als Therapeut.
Einfach mal drüber nachdenken.

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